Deutsch Kurzhaar Standard
German Shorthair Pointer´s standard
F.C.I. STANDARD Nr. 119/D Copyright © by Michael
Hammerer15.06.2002
| Ursprung: | Deutschland |
| Datum der Publikation des Orginalstandards: | 25.10.2000 |
| Verwendung: | Vielseitig einsetzbarer Jagdgebrauchshund |
| Klassifikation | Gruppe 7 Vorstehhunde Sektion 1 Kontinentale Vorstehhunde, Typ "Braque". Mit Arbeitsprüfung |
Kurzer geschichtlicher Überblick:
Die Geschichte von Deutsch-Kurzhaar beginnt mit den Hunden, die bei der Netzjagd auf Federwild, vor allem in den Mittelmeerländern, und bei der Beizjagd eingesetzt wurden. Über Frankreich, Spanien und Flandern kamen die Vorstehhunde an die deutschen Fürstenhöfe. Die wichtigste Eigenschaft dieser Hunde war ihre Vorstehleistung. Mehr noch wurde ein vorstehender Hund verlangt, nachdem die erste Doppelflinte (1750) gefertigt war. Vor dem Hunde wurde "Flugwild im Fluge" erlegt. Das war der Einstieg zum Übergang von einem reinen Vorstehhund zum vielseitigen Jagdgebrauchshund.
Als entscheidende Unterlage für den Aufbau und die Entwicklung der Zucht erscheint seit 1897 das "Zuchtbuch Deutsch-Kurzhaar". Prinz Albrecht zu Solms-Braunfels war es, der Rassekennzeichen, Beurteilungsregeln der Körperform und schließlich auch einfache Prüfungsregeln für Jagdhunde aufstellte. Heute durchläuft der Deutsch-Kurzhaar den Filter einer ausgefeilten Zucht- und Prüfungsordnung.
Im Standard wird festgelegt, wie der vielseitige Jagdgebrauchshund Deutsch-Kurzhaar beschaffen sein soll. Das befähigt ihn, alle Anforderungen im Jagdbetrieb bis ins hohe Alter zu erfüllen.
Allgemeines Erscheinungsbild
Edler, harmonischer Hund, dessen Körperbau Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit gewährleistet.
Aufrechte Haltung, fließende Außenlinien, trockener Kopf, gut getragene Rute, straffes, glänzendes Fell und raumgreifende,
harmonische Bewegungen unterstreichen seinen Adel.
Wichtige Proportionen
Die Rumpflänge sollte die Widerristhöhe ein wenig übertreffen.
Verhalten / Charakter (Wesen)
Fest, ausgeglichen, zuverlässig, gezügeltes Temperament, weder nervös, scheu noch aggressiv.
Kopf
Trocken, markant,
weder zu leicht noch zu schwer, in Stärke und Länge der Körperform und dem Geschlecht entsprechend.
Oberkopf
Schädel
Genügend breiter, flach gewölbter Schädel, schwach ausgeprägter Hinterhauptstachel, Stirnfurche nicht zu tief, erkennbar
ausgebildete Augenbrauenbögen.
Stop
Nur mäßig ausgebildet.
Gesichtsschädel
Nasenschwammm
Etwas vorspringend. Nasenöffnungen genügend weit, breit und beweglich. Grundsätzlich braun, bei schwarzen Hunden oder beim
Schwarzschimmel jedoch schwarz. Nur bei weißer Grundfarbe ist eine fleischfarbene oder gefleckte Nase zulässig.
Fang
Lang, breit, tief und kräftig um dem Hund das richtige Tragen des Wildes zu erleichtern. Der Nasenrücken zeigt, von der Seite
gesehen, eine leichte Wölbung in allen Obergängen von einer edel geformten Ramsnase bis zu einer geringen Erhebung über die
gerade Linie, beim Rüden stärker ausgeprägt. Die ebenfalls noch zulässige ganz gerade Nasenrückenlinie ist weniger ansprechend,
ein durchgebogener (konkaver) Nasenrücken ist ein schwerer Fehler.
Lefzen
Anliegend, nicht zu stark überhängend, gut pigmentiert. Fallen von der Nase bis zum Trennungspunkt fast senkrecht ab, gehen
dann in einem flachen Bogen zum mäßig ausgeprägten Lefzenwinkel.
Kiefer/Gebiß
Zähne kräftige Kiefer mit einem
perfekten, regelmäßigen und vollständigen Scherengebiß, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere
greifen sollte und die Zähne in etwa senkrecht im Kiefer stehen; mit 42 gesunden Zähnen gemäß der Zahnformel.
Wangen
Kräftig, gut bemuskelt.
Augen
Von mittlerer Größe, weder hervortretend noch tiefliegend. Die ideale Farbe
ist dunkelbraun. Die Lider gut anliegend.
Behang
Mäßig lang, hoch und breit angesetzt, glatt und ohne Drehung
dicht am Kopf herabhängend, unten stumpf abgerundet. Weder zu fleischig noch zu fein. Er soll nach vorn gelegt, ungefähr mit dem Lefzenwinkel abschneiden.
Hals
Länge in Harmonie zum Gesamtbild, zum Rumpf hin allmählich breiter werdend. Nacken sehr muskulös und leicht gewölbt. Straff
anliegende Kehlhaut.
Körper
Obere Profillinie
Gerade und leicht abfallend.
Widerrist
Deutlich.
Rücken
Fest, gut bemuskelt. Die Dornfortsätze sollen durch Muskulatur verdeckt sein.
Lenden
Kurz, breit, muskulös, gerade oder leicht gewölbt Übergang vom Rücken zur Lende stramm und gut geschlossen.
Kruppe
Breit und genügend lang, nicht kurz abgeschlagen und zur Rute hin nur leicht abfallend, gut bemuskelt.
Brust
Mehr tief als breit mit gut ausgeprägter Vorbrust und möglichst weit nach hinten reichendem Brustbein. Brustbein und
Ellenbogengelenk sollen in gleicher Höhe liegen. Rippen gut gewölbt, weder flach noch tonnenförmig, Hintere Rippen gut
herabreichend.
Untere Profillinie und Bauch
In einem eleganten Bogen leicht aufgezogen nach hinten verlaufend, trocken.
Rute
Hoch angesetzt, im Ansatz kräftig, sodann sich verjünge, mittellang. Für den Jagdgebrauch etwa um die Hälfte gekürzt.
In der Ruhe herabhängend, in der Bewegung waagerecht und nicht zu hoch über der Rückenlinie oder stark gekrümmt getragen.
(In Ländern, in denen der Gesetzgeber ein Rutenkupierverbot erlassen hat, kann die Rute naturbelassen bleiben. Sie sollte bis
zum Sprunggelenk reichen und gerade bzw. leicht säbelförmig getragen werden).
Gliedmaßen
Vorderhand
Allgemeines
Von vorne betrachtet gerade und parallel, von der Seite betrachtet gut unter
dem Körper stehende Läufe.
Schultern
Schräg und nach hinten flach anliegendes Schulterblatt. Kräftige,
trockene Muskulatur. Gute Winkelung zwischen Schulterblatt und Oberarm.
Oberarm
Möglichst lang, gut und trocken bemuskelt.
Ellenbogen
Am Körper anliegend, jedoch nicht angepreßt, weder auswärts
noch einwärts gedreht, weit nach hinten plaziert. Gute Winkelung zwischen Oberarm und Unterarm.
Unterarm
Gerade, ausreichend bemuskelt. Kräftige, nicht grobe Knochen.
Vorderfußwurzelgelenk
Kräftig.
Vorder
Minimale Winkelung von Unterarm und Vordermittelfuß, nie
steil stehend.
Vorderpfoten
Rund bis löffelförmig, mit eng aneinanderliegenden, ausreichend gewölbten Zehen.
Kräftige Zehenkrallen. Derbe, widerstandsfähige Ballen. Sie fußen parallel, im Stand und in der Bewegung weder ein- noch
auswärtsgerichtet.
Hinterhand
Allgemeines
Von hinten betrachtet gerade und parallel. Gute Winkelungen. Kräftige Knochen.
Oberschenkel
Lang, breit und
muskulös. Gute Winkelung zwischen Becken und Oberschenkel.
Knie
Kräftig, mit guter Winkelung zwischen Ober- und Unterschenkel.
Unterschenkel
Lang, muskulös und sehnig. Gute Winkelung zwischen Unterschenkel und Hintermittelfuß.
Sprunggelenk
Kräftig.
Hintermittelfuß
Senkrecht stehend, kräftig.
Hinterpfoten
Rund bis löffelförmig, mit eng aneinanderliegenden, ausreichend gewölbten Zehen. Kräftige Zehenkrallen. Derbe, widerstandsfähige
Ballen. Sie fußen parallel, im Stand und in der Bewegung weder ein noch auswärts gerichtet.
Gangwerk
Raumgreifend, mit viel Schub und entsprechendem Vortritt, in Vorder- und Hinterhand gerade und parallel; dabei gut aufgerichtete
Haltung. Paßgang ist unerwünscht.
Haut
Straff anliegend, ohne Faltenbildung.
Haarkleid
Haar
Kurz und dicht, soll sich derb und hart anfühlen. Am Kopf und am Behang soll es dünner und kürzer sein, an der Unterseite der
Rute nicht auffallend länger. Es sollte den ganzen Körper bedecken.
Farbe
a) Braun, ohne Abzeichen.
b) Braun, mit geringen weißen oder gesprenkelten Abzeichen an Brust und Läufen.
c) Dunkler Braunschimmel mit braunem Kopf, braunen Platten oder Tupfen. Die Grundfarbe eines derartig gezeichneten
Hundes ist nicht braun mit weiß oder weiß mit braun, sondern das Haar zeigt ein so inniges Gemisch von braun und weiß,
daß hieraus jenes für den praktischen Jagdgebrauch so wertvolle, unauffällige Äußere entsteht. An der Innenseite der
Hinterläufe sowie an der Rutenspitze ist die Färbung häufig heller.
d) Heller Braunschimmel mit braunem Kopf, braunen Platten, Tupfen oder ohne Platten. Bei dieser Färbung sind braune Haare in
geringem Maße vorhanden, es herrschen die weißen Haare vor.
e) Weiß, mit brauner Kopfzeichnung, braunen Platten oder Tupfen;
f) Schwarze Farbe in denselben Nuancen wie die braune bzw. Braunschimmelfarbe.
g) Gelber Brand ist zugelassen.
h) Blesse, Schnippe und gesprenkelte Lefzen sind zulässig.
Größe
Widerristhöhe
Rüden: 62 bis 66 cm
Hündinnen: 58 bis 63 cm
Fehler
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten ist als Fehler anzusehen, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der
Abweichung stehen sollte.
- Fehler in der Aufrichtung, Fehler im Geschlechtstyp.
- Zu kurzer Fang.
- Zu starke oder zu geringe Belefzung.
- Fehlen von insgesamt 2 Zähnen (P1 und M3), d.h. von den insgesamt 4 P1 und 2 M3 dürfen höchstens 2 Zähne fehlen.
- Zu helles Auge. Hellgelbe Greifvogelaugen.
- Zu langer, zu kurzer, zu schwerer, zu schmal angesetzter oder gedrehter Behang.
- Lose Kehlhaut.
- Leichter Karpfenrücken.
- Zu kurze Kruppe.
- Zu tiefe Brust.
- Rute zu hoch über der Rückenlinie oder stark gekrümmt getragen.
- Nach auswärts oder einwärts gedrehte Ellenbogen. Zeheneng oder zehenweit, bodeneng oder bodenweit.
- Steile Hinterhand.
- Leichte Faßbeinigkeit, leichte Kuhhessigkeit oder Enghessigkeit.
Schwere Fehler
- Schwerfälliger, lymphatischer grobknochiger Körperbau.
- Ausgeprägter Stop
- Fleischfarbene oder gefleckte Nase (außer bei weißer Grundfarbe).
- Spitzer Fang. Durchgebogener (konkaver) Nasenrücken,
- Zangengebiß sowie partielle Zange.
(Bei Hunden im Alter von mehr als 4 Jahren hat eine sog. Alterszange keinen Einfluß auf die Bewertung, sofern ein
Deutsch-Kurzhaar-Club bestätigt, daß auf einer vorherigen Zuchtschau ein korrektes Gebiß festgestellt wurde.)
- Deutlicher Karpfenrücken. Leichter Senkrücken.
- Erheblich fehlende Brusttiefe. Unausgeprägte Vorbrust. Zu flacher oder tonnenförmiger Brustkorb.
- Stark auswärts oder stark einwärts gedrehtes Ellenbogengelenk.
- Weiches, zu stark überstrecktes Vorderfußwurzelgelenk.
- Steilstehender Vordermittelfuß.
- Stark kuhhessig oder stark faßbeinig, sowohl im Stand wie auch in der Bewegung.
- Überbaute Hinterhand.
- Gespreizte Zehen.
- Flache Pfoten
- Schwerfälliges Gangwerk.
- Abweichungen von mehr als 2 cm von den genannten Widerristhöhen.
Ausschließende Fehler
- Grobe Abweichungen vom Geschlechtstyp.
- Fehlen von mehr als 2 von den insgesamt 4 P1 und 2 M3.
- Fehlen eines Zahnes oder mehrerer Zähne (außer P1 und M3).
- Nicht sichtbare Zähne gelten als fehlende Zähne, sofern nicht ein Deutsch-Kurzhaar-Club bestätigt, daß auf einer vorherigen
Zuchtschau oder Zuchtprüfung deren Vorhandensein festgestellt wurde.
- Vor- oder Rückbiß, Kreuzbiß sowie alle Übergangsformen dazu.
- Überzählige Zähne, außerhalb der Zahnreihe
- Kiefer- und Lefzenspalt.
- Stark lose Lider, Ektropium, Entropium, Distichiasis (doppelte Wimpernreihe).
- Starker Senkrücken. Verkrümmung der Wirbelsäule.
- Deformierter Brustkorb, z.B. "abgesetzte Brust".
- Wolfszehen und Wolfskrallen.
- Jede Art von Wesensschwäche
N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die
sich vollständig im Hodensack befinden.
Der Körperbau des Hundes

Umrißzeichnung
| 1. Nase (Nasenspiegel,Nasenschwamm) | 10. Rücken (Lende) |
| 2. Nasenrücken | 11. Kruppe |
| 3. Stirnabsatz (Stop) | 12. Rutenansatz |
| 4. Oberkopf | 13. Unterbauch |
| 5. Genick | 14. Unterbrust |
| 6. Nackengegend des Halses | 15. Karpalballen |
| 7. Widerrist | 16. Vorderbrust |
| 8. Eigentlicher Rücken | 17. Kehlrand des Halses |
| 9. Rückendelle | 18. Fang |
Das Gebiß des Hundes
Schematische Seitenansicht des Hundegebisses (linke Schädelseite)

Anmerkung:
Der Einfachkeit halber wurde bewußt die in deutschen
kynologischen Kreisen übliche Nummerierung der Prämolaren
1 bis 4, beginnend vom Fangzahn von vorn
nach hinten gewählt. Die internationale Nomenklatur bezeichnet den
kleinsten hinter dem Fagzahn stehenden Prämolaren mit Nr. 4, den
größten vor den Molaren mit Nr. 1.
Schematische Vorderansicht des Hundegebisses mit Schneidezähnen undFangzähnen (die unteren Fangzähne stehen vor
den oberen, die Schneidezähne sind mit Zahlen bezeichnet):
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Oberkiefer |
Unterkiefer |
e-mail For info: +49 39452
-88732 fax +49 39452 -89767 All materials on this site Copyright © by BROCKENMOOR
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Schematische Darstellung verschiedener
Typen des
Hundegebisses
(von links gesehen):


a) Korrekt! Scherengebiß
b) Bedingt korrekt! Zangengebiß
(Vorsicht bei Zuchtverwendung!)


c) Fehlerhaft! Vorbeißer
d) Fehlerhaft! Rückbeißer
www.deutsch-kurzhaar.de
www.hammerer.de
Birgit and Gerd Schneevoigt
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